Archiv für den Autor: Moritz Majce

Narkosis – 2.-5. November 2017 Open Spaces #3, Berlin

4

Narkosis, Stillshot

EINE RAUMCHOREOGRAPHIE VON MORITZ MAJCE + SANDRA MAN

im Rahmen von Open Spaces#3 – 2017

Narkosis ist die Stelle, an der sich das Auge in seine Höhle dreht. An der ich anders zu sehen beginne. Ein Schauen, das in mir etwas anderes öffnet, ein neuer Raum entsteht. Ein Weltraum aus Körperhöhlen, in sich verschlungenes Innen und Außen, leuchtendes Echo eines künstlichen, ursprünglichen Schlafs. In jedem Ich scheint seine Stille, in jedem Blick spiegelt sich Trunkenheit. Im Halbdunkel zwischen Bildern und Körpern, Hören und Sehen, zwischen mir selbst und den anderen schwebt Narkosis als Raum und Zustand.

In ihren Raumchoreographien entwerfen Sandra Man und Moritz Majce Zuschauerräume, in denen Schauen und Hören zu unmittelbaren körperlichen Erfahrungen werden. Ihr Zugang sucht nach etwas anderem als dem spiegelbildlichen Gegenüber von Darsteller und Publikum. In »Narkosis« machen sie dieses narzisstische Verhältnis zum Thema und versetzen es in einen Schwebezustand: Zwischen Narzissmus als Gegenwartssymptom und dem antiken Mythos von Narziss und Echo, zwischen Blick und Stimme, Bild und Körper entfaltet sich ein Gleiten und Driften, das Selbstverliebtheit in Selbstvergessenheit verwandelt und den Zuschauerraum zu einer Höhle werden lässt.

IDEE + UMSETZUNG: Moritz Majce + Sandra Man STIMME: Christine Börsch-Supan TANZSOLO: Charlie Fouchier RAUMCHOR: Ayam Am, Sasha Amaya, Zoé Alibert, Philipp Enders, Falk Grever, Katherine Gorsuch, Valérie Kommer, Julia B. Laperrière, Sonia Noya, Benjamin Pohlig, Susi Rosenbohm, Fausta Scarangella, André Uerba, Marie Zechiel

Dank an Enrico L’Abbate und Nir Vidan für erste Versuche zu Blick und Tanz. An Lakeside Labs GmbH Klagenfurt für die Unterstützung bei den Videoaufnahmen mit einer Drohne und an Franz Habich für die Steuerung. Dank auch an die Agrargemeinschaft Nachbarschaft Söbriach in Kärnten / Koroška für den freundlichen Zugang zu einer ihrer Almen.

Foto: © Moritz Majce + Sandra Man, 2017

Eine Produktion von Moritz Majce + Sandra Man, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, unterstützt von der Tanzfabrik Berlin und der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7)

Premiere: 2. November 2017, 19 Uhr

Weitere Aufführungen: 3. (19 Uhr) , 4. (20.30 Uhr) und 5. (20.30 Uhr) November 2017
Samstag, 4.11. After Talk im Anschluss an die Vorstellung

Online Ticket kaufen

Tanzfabrik Berlin • Uferstraße 23 • 13357 Berlin
Eintritt: 14 € / 9 € • www.tanzfabrik-berlin.de


Choros III (Koroška) @ Kunstraum Lakeside, Klagenfurt 8.9.–6.10.2017

4

Choros (III) Koroška, Stillshot

Seit 2010 arbeiten die Autorin und Choreographin Sandra Man und der bildende Künstler und Choreograph Moritz Majce zusammen. Ihre gemeinsame Arbeit zeichnet aus, Choreographie nicht aus dem Blick der darstellenden, sondern aus dem der bildenden Kunst zu verstehen und zu machen: als Raumkunst.

Für die Ausstellung Choros III (Koroška), von den beiden als künstlerisches Forschungsprojekt zu Chor(eographie) konzipiert, erarbeiten sie im Sommer 2017 chorische Konstellationen im Freien als Auseinandersetzungen mit den spezifischen räumlichen Bedingungen von Landschaft als »Natur«, ihrer Rezeptionsmöglichkeiten, ihrer Akustik, ihrer Perspektive und ihres Horizonts. Parallel dazu wird im Kunstraum eine Ausstellung errichtet, die sich ebenfalls als eine Art »Landschaft« aus Ansichten und Klängen zusammensetzt.

4

Choros (III) Koroška, Stillshot

Die Arbeit beinhaltet verschiedene Elemente des »Chorischen«, des altgriechischen Choros, der Bezeichnung für Reigen, Tanzplatz und die auf ihm Tanzenden, die Verknüpfung von Tanz, Theater und Musik. Der Chor wird wahrgenommen als räumliches Geflecht sinnlicher Bezüge. In einer direkten Auseinandersetzung mit dem Publikum realisiert sich die Raum-Choreographie unabhängig von den verwendeten Medien als Bewegung zwischen den einzelnen Elementen und dem Publikum. Wesentlich dafür ist die unmittelbare Begegnung mit der Landschaft Kärntens, die als Produktionsumgebung für Stimm- und Bildaufnahmen diente, denn sämtliche Aufnahmen sind im Freien, im alpinen Raum, entstanden. Körper und Stimme verstehen sich als Teil der Natur und reagieren auf die Witterung und die topografischen Gegebenheiten. Jenseits der politischen Vereinnahmung von Landschaft und Chor denkt die Arbeit Verbundenheit neu als mehrdimensionales Landschaftsgefüge, das absolut unverfügbar ist und niemandem gehört.

4

Choros stomped @ Tanzböden, Polinik

The author/choreographer Sandra Man and the visual artist/choreographer Moritz Majce have been working together since 2010. What distinguishes their collaboration is that they view and produce choreography not from the perspective of the performing arts but rather as a visual art: as art in space.

For the exhibition Choros III (Koroška), conceived by the duo as an artistic research project on the choir and choreography, they have developed outdoor choral constellations as a way of engaging with the specific spatial conditions of landscape as “nature”, and with the possibilities for its reception as well as with its acoustics, its prospects, and its horizon. In parallel, an exhibition will be presented at Kunstraum Lakeside that is also composed as a kind of “landscape” of various views and sounds.

The work includes various elements of the “choral”, including the ancient Greek term choros, meaning circular, sung dance; the dance floor and those who dance upon it; and the linking of dance, theater, and music. The choir is perceived as a spatial network of sensory relations. In a direct confrontation with the audience, the spatial choreography is realized independently of the media used as a movement between all elements and the audience. Vital to this exercise is the direct encounter with the landscape of Carinthia, which served as the production setting for all voice and video recordings, all of which were made outdoors in the alpine region. Body and voice are seen as part of nature here, reacting to the weather and the topographical conditions. Reference is also made to the political and ideological appropriation of the landscape and the choir in the course of history, whereby the work does not merely take up this critical thread but rather reconceives landscape, choir, and space as a multidimensional fabric that is not there for the taking and belongs to no one.

4

Choros (III) Koroška, Making Of @ Striedensee

IDEE + KONZEPT: Moritz Majce + Sandra Man
STIMME + BEWEGUNG: Christine Börsch-Supan
OUTSIDE EYE: Katharina Wallisch
KURATORIN: Nora Leitgeb

Wir bedanken uns bei Lakeside Labs GmbH für die großzügige Unterstützung bei den Videoaufnahmen mit einer Drohne und bei Franz Habich für die Steuerung, sowie bei der Agrargemeinschaft Nachbarschaft Söbriach für den freundlichen Zugang zu einer ihrer Almen.

Eröffnung: 7. September 2017, 18.30 Uhr

Kunstraum Lakeside • Lakeside B02 • 9020 Klagenfurt
www.lakeside-kunstraum.at • +43 463 22 88 22-20

Choros II

4

Choros, Juni 2017

Choros ist Forschung an Verbindungen. Wir schauen, sprechen, hören, berühren und bewegen uns aus den Relationen untereinander, zu den ZuschauerInnen und dem Raum heraus. Die Essenz eines Chors ist die Verbundenheit der Teilnehmenden untereinander. Das Zusammensein mehrerer und ihr gemeinsames Tun ist das Faszinierende eines Chors. Diese Gemeinschaft zeichnet ihn aus und sie teilt er mit den ZuschauerInnen. In einer Gegenwart, die als individualistisch bis zum Narzissmus, detached bis zur Isolation und vereinsamt bis zur Depression erfahren wird, ist ein Gemeinsames ebenso fragwürdig wie anziehend wie verführerisch. Wir suchen und experimentieren mit der Frage, was ein Chor sein könnte vor dem Hintergrund dieser persönlichen, politischen, gesellschaftlichen Erfahrungen und Bedrohungen. Wir wollen als Antwort darauf die chorische Verbundenheit als eine verstehen, die mit den Beziehungen untereinander spielerisch umgeht und so nicht vereinheitlicht, sondern allen Teilnehmenden Raum gibt und lässt. Wir sehen den Chor als eine Weise geteilter – auch mit den ZuschauerInnen geteilter – Freiheiten und Spielräume: Wir wollen mit den Räumen zwischen uns, zwischen den Zuschauenden und den Performenden spielen. Jenseits von totalem Ichbezug und geschlossenen Gesellschaften wollen wir mit dem Chor ein gemeinsames Offensein füreinander und für die ZuschauerInnen finden und erfahren.

4

Choros, Juni 2017

Für das Publikum ist Choros eine Teilnahme-Erfahrung jenseits von still gegenübersitzen und forciertem Mitmachen. Durch die Veränderung der Positionen – sitzen/stehen/gehen/liegen und der Abstände zum Chor – gerät der körperliche Aspekt des Publikum-Seins in den Vordergrund: Wie verändert sich mein Sehen dadurch, wo ich im Raum bin und in welcher Haltung? Wie ändert sich mein Wahrnehmen und Teilnehmen dadurch, dass ich mittendrin bin und nicht außerhalb des Geschehens? Welche unterschiedlichen Energien gehen von den anderen ZuschauerInnen aus, je nachdem, wo sie sich befinden? Wo fällt es leichter, sich zu öffnen, in welchen Konstellationen entsteht ein gemeinsamer Sog, wo ist es eher distanzierter? – Solche Fragen tauchen in Choros zum Verhältnis von Zuschauenden und Chor auf und wir verstehen die Arbeit auch als ein »Zuschauertraining«. Es geht uns um mehrdimensionale und körperliche Zuschauererfahrungen.

4

Choros, Modellansicht

»Chor« heißt für uns nicht Verpflichtung zu einer übergeordneten Einheit, sondern sich einlassen auf die vielfältigen Bezüge untereinander. Ein Chor ist für uns weder die Addition von Einzelnen, noch ein Kollektiv. »Chorisch« ist ein Miteinander aus Blicken, Bewegungen und Stimmen als Bezug zum Publikum. ZuschauerInnen sind nicht einem Geschehen gegenüber, sondern gehören – zuschauend, zuhörend – zu ihm dazu.

4

Choros, Juli 2017

Die zweite dreimonatige Forschungsetappe zu Choros mit einem achtköpfigen Raum-Chor haben wir gerade abgeschlossen. Wir danken Zoé Alibert, Viviana Defazio, Katherine Gorsuch, Olivia Patrizia-Kunze, Stella Maxeiner, Sonia Noya, Fausta Scarangella und Sinja Völl.

Call for Choreutic Movers: 8+9 July 2017 (+Oct/Nov)

4

Narziss Echo, model view

WE ARE LOOKING FOR PEOPLE WITH MOVING/DANCING EXPERIENCE WHO LIKE TO WORK IN A GROUP.

Part 1: 8 + 9 July 2017, 16–20h Uferstudios (can be done separately)
Part 2: 10–14 days rehearsals in October 2017
Part 3: 4 presentations in early November 2017

We are working on a revised version of our piece „Narziss Echo“ (http://www.moritzmajcesandraman.com/narzissecho). The premiere was in March at imagetanz festival in Vienna and there will be presentations in the beginning of November in Berlin at Open Spaces festival of Tanzfabrik. For the performances in Berlin we will be reworking some parts and making new ones. While in the first version we have been working with a single dancer we now want to work with what we call a „space chorus“ of 12–15 people.

The project deals with the relation between audience and performer, engaging in questions of looking and identifying as performing (watching, being looked at, being/performing a spectator); it is an installational setting with a limited amount of audience members. We will play with the inside and the outside of the setting, using the whole space incl. the audience area as the stage and moving spectators only slowly from the frame and the outside into the inside and the seats of „their“ space.

First, there is a video shooting on 8th and 9th July, from 16–20h at Uferstudios. Second, there will be appr. 10–14 days of rehearsal in October. Third, there will be four shows in Berlin in the first November week. We cannot pay for the video shooting, for the presentations in October and November we do have a budget. For more information about our work see www.moritzmajcesandraman.com

If you are interested please send a mail incl. CV to ms@moritzmajcesandraman.com

Open Studio: Call for Audience: 29 June, 4+5 July

4

Tryout at 3AM – Filaments and Voids, photo by Rasmus Bell

Thursday, 29 June 2017, 20h30
Tuesday, 04 July 2017, 20h30
Wednesday, 05 July 2017, 20h30

Künstlerhaus, Am Flutgraben 3, 12435 Berlin

Between representation and participation lies the audience space. It is the space where a piece takes place. It is bigger and wider than we usually think and feel. It has more than one side, it is multidimensional. It is your body with all its weight and volume, with all its senses: listening, watching, feeling – in all directions.

Let’s try to see the Zuschauerraum, the space reserved for the audience, differently: not as the space where an audience is placed to watch the piece but as the space an audience is being given by a piece. Let’s understand and experience Zuschauerraum not just as a designated area in a building but as the space of a perceiving audience; a space that is not anyway there before and after the piece but a space that consists of Zuschauerkörper – perceiving living breathing feeling moving bodies full of energies, impulses, desires. Let’s think Zuschauerraum not as the seats you are taking but as the space your bodies are making. Let’s try out and explore this Zuschauerraum in present tense.

It’s common to expect and wish that performers move the audience. Let’s find out what it could be for performers to not only move the audience but be moved by it. Be moved by gazes, breaths, sounds, by the impulses and energy of an audience; by where the audience is and how it is. By an audience who is present, open, aware of all senses and thus transformed in a way that allows to fully explore all sensual dimensions of watching.

What would it need for that – as a training for performers as well as audience members?
Could there be a training that includes and involves an audience as well as performers? Is there a way to work on and explore the act of watching, the energy of perceiving as what moves the performers? What comes out if the performance becomes really dependent on the real presence of an audience? What happens if there is nothing else or behind this being perceived and being perceived becomes being moved?

During the last two months we trained a lot to be open and to use all our senses. We worked on looking, listening, feeling as relations to each other and a flow of contacts as reasons to move and be moved. We would like to find ways of sharing this openness with an audience who wants to become part of the contact zones we try to open up and dive in.

We propose three evenings of rehearsals with audience; we would like to find out more about the experience of being a Zuschauerkörper and about the ways our bodies can be moved by your presence.

WHEN
Thursday, 29 June 2017, 20h30
Tuesday, 04 July 2017, 20h30
Wednesday, 05 July 2017, 20h30

WHERE
Künstlerhaus
Am Flutgraben 3
12435 Berlin
(next to Badeschiff, Arena and Club der Visionäre)

There will be a limited number of participants, please let us know if and when you come by sending an email to sanwoman@icloud.com.

Please be on time, the door downstairs is locked and will open only once at 20h30.

3AM – Filaments and Voids 4.6.2017 @ Flutgraben Berlin

4

3AM | Filaments and Voids

Dear 3AM friends,

We cordially invite you to 3AM – Filaments and Voids.

Let’s celebrate together the amazing space at Flutgraben, welcome artistic attractions and distractions, enjoy sound and silence, get together and share an evening of performances, concerts, films, dancing, food and drinks.

When: 4 June 2017, starting at 19.00h
Location: Am Flutgraben 3, 12435 Berlin

with

Brendan Dougherty
Philipp Enders and Adaline Anobile
Charlie Fouchier
Lisa Hinterreithner
Daniella Kaufman and Karoline Strys
Christian Kesten and choir 
Moritz Majce + Sandra Man with Zoé Alibert, Katherine Gorsuch, Olivia Patrizia-Kunze, Sonia Noya, Fausta Scarangella, Sinja Völl
Nikolaus Neuser and Florian Juncker
Sonia Noya
Juliana Piquero, Maya Weinberg, Catalina Fernández, Manuela Schininá
Julia Reidy, Samuel Hall and Liz Kosack
Ilana Reynolds and Ira Hadžić
Daniel Salomon
Lisa Stertz

Entrance free.

ATTENTION! The (orange) door of the main entrance will be open only 5 times for 10 minutes every time: at 19.00, 20.00, 21.00, 22.00 and 23.00h.

4

3AM | Warmup

IMPORTANT! For the first time we will also come together before a 3AM to warm up: The participating artists will share with you their thoughts on what they are going to try out at the 3AM event. This get together is itself a tryout in getting in the mood for 3AM.

When: 1 June 2017, starting at 20.00h 
Location: Public and Private Studio at Flutgraben, the door will open at 20.00h and 21.00h

3AM – Filaments and Voids is organised by Katharina Wallisch, Moritz Majce + Sandra Man.
Funded by Senat Department for Culture and Europe. 
Supported by Flutgraben e.V. and Public in Private Studio.

As you know, 3AM is an independent event with a focus on giving value to experimentation and local collaboration. Our frame stays purposefully open to allow for any new forms to emerge. We’d like to offer possibilities for artists to make tryouts that could be useful for their artistic works, therefore we’d like to create an environment that welcomes doing, viewing and experiencing art in its on going creative process.

More about the 3AM background and idea you can find here: http://3am.events

Many thanks to all the participating artists!

Looking forward to dancing with you!

Narziss Echo – Premiere 16.3.2017 imagetanz Festival

4

Narziss Echo, Modellansicht

EINE RAUMCHOREOGRAPHIE VON MORITZ MAJCE UND SANDRA MAN

»Nach ihrer letzten Arbeit Festung / Europa setzen Moritz Majce und Sandra Man mit Narziss Echo ihre Suche nach einer anderen Art des Zuschauens fort. In einer interdisziplinären Raumchoreographie mit Elementen aus bildender Kunst, Tanz und Theater benutzen die beiden Künstler den Mythos des Narziss als Quelle für ein Wechselspiel aus Hören und Schauen, das über Selbstsuche und Identifikation hinausgeht.« (brut Wien)

4

Narziss Echo, Stillshot

Spätestens seit Trump globalisiert sich das Um-sich-selber-Kreisen des Individuums, der Narzissmus als totaler Selbstbezug ist die symptomatische Krankheit der Gegenwart. Der Mythos von Narziss ist das Porträt eines jungen Mannes, der sich in sein Spiegelbild verliebt und daran stirbt. Er ist auch die Geschichte der Nymphe Echo, die nur antworten kann. Sie verliebt sich in Narziss und wird von ihm zurückgewiesen. In ihrem Schmerz verwandelt sie sich in eine Höhle, in der jeder Klang widerhallt. Zum Narzissmus gehört die Echokammer.

 Resonanz und Reflexion, Blick und Stimme, Wort und Bild, im Mittelpunkt und überall sein sind die Bezüge eines Mythos, den wir als Quelle für ein Wechselspiel aus Hören und Schauen verwenden. Der totale Selbstbezug löst sich auf, zwei Sinnesräume öffnen sich.

RAUMCHOREOGRAPHIE: Moritz Majce + Sandra Man RAUM: Moritz Majce TEXT: Sandra Man STIMME: Christine Börsch-Supan TANZ: Charlie Fouchier

Choreographie gemeinsam mit Charlie Fouchier
Komposition gemeinsam mit Christine Börsch-Supan

Eine Koproduktion von Moritz Majce + Sandra Man mit imagetanz/brut Wien und Tanzfabrik Berlin. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) und des Hauptstadtkulturfonds Berlin (HKF).

Dank an Nir Vidan und Enrico L’Abbate für die gemeinsame Arbeit am Tanz und an E35 Shop (www.e35shop.com) für das Outfit für Charlie Fouchier.

Premiere: 16. März 2017, 19 Uhr (Theatersaal Bohemia)
Weitere Aufführungen: 17. und 18. März 2017, jeweils 19 Uhr

Online Ticket kaufen

brut Wien • Karlsplatz 5 • 1010 Wien
Tickets: 16 € / 12 € / 8 € • www.brut-wien.at • (01) 587 87 74

Narziss Echo (4)

4

Dreharbeiten, Charlie Fouchier

4

Dreharbeiten, White Space Box

4

Dreharbeiten, Charlie Fouchier

4

Dreharbeiten, Chiaroscuro

Raumchor gesucht (OVER)

4

Choros, Modellansicht

Für die zweite Etappe von Choros suchen wir Tänzer-, Performer-, SängerInnen mit professioneller Bewegungs-/Tanz- und Sprech-/Gesangserfahrung, die Lust auf präzise und intensive Chor-Arbeit, Sinn fürs Zusammenspiel und Freude an der Herausforderung haben.

4

Choros, September 2016

Choros ist ein künstlerisches Forschungsprojekt zum Chor als Einheit aus Ort, Bewegung und Stimme. Unsere Beschäftigung mit Choreographie und Chor ist sowohl von archaischen Chorformen aus der Zeit vor dem antiken Theater inspiriert, wie auch von einer Auseinandersetzung mit Raumkonzepten der Minimal Art und Judson Dance geprägt. Der Titel Choros stellt die Zusammengehörigkeit von Körper und Raum heraus, das Wort bezeichnete im Altgriechischen zugleich den Tanzchor wie auch den Tanzplatz. Im Unterschied zum gewohnten Verständnis des Chors als einer Gruppe von Menschen legen wir den Fokus auf die Elemente, die zusammen einen Chor im räumlichen Sinn bilden: auf Stimme, Bewegung und Ort. Aus diesen Elementen bauen wir eine Reihe chorisch-räumlicher Konstellationen, die sich zwischen Tanz, Skulptur und Konzert erfahren lassen. Der Text des dabei verwendeten Chorlieds wurde eigens und in einem stark rhythmisierten antiken Versmaß, dem Anapäst, geschrieben.

Alle Konstellationen in Choros sind von der Kreisform bestimmt, in jeder einzelnen Konstellation geht es darum, was ein Kreis sein kann – nicht als stillgestellte geometrische Form, sondern als fließender Rhythmus. Mit Raumchor und Kreis als Grundform arbeiten wir an unterschiedlichen Konstellationen aus Bewegung, Sprache/Gesang und Positionierung im Raum, sowohl des Chors wie der ZuschauerInnen. Choreographiert wird der gesamte Raum als Geschehen.

Probenbeginn: Dezember 2016 bis Anfang Juli 2017, anfangs jeweils ein Termin alle zwei Wochen zu jeweils 3–4 Stunden, Zeiten nach Vereinbarung, später öfter. Für Juli 2017 planen wir die Präsentation in Berlin. Die Arbeit wird honoriert.

Interessierte melden sich bei ms@moritzmajcesandraman.com

4

Choros, Modellansicht