Choros

Choros VI – Talking Cure mit Elisabeth Schäfer 30.11.2018

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Choros V, Afterplace

When I ask you to talk about Choros this invitation comes out of a desire to talk and to talk about desire. To talk about the desire hidden and expressed in the piece, the desire to make and create, and to talk about the desire to visit and to watch, to feel, to listen, to explore and to be touched. The desire to understand, to explain, to think, to go beyond and let go. To talk about the desire to perform, to move and be moved, to be present, to connect. The desire to be more and other than one. To talk about the desire to participate and to share the desire.

Maybe talking is taking care – of the piece and every part in it.

Let’s try.

Elisabeth Schäfer ist queer-feministische Philosophin und externe Lehrbeauftragte national und international, u. a. am Institut für Philosophie Institut der Universität Wien. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Philosophie. Derzeit schreibt sie an ihrer Habilitation zum Thema: „Writing Matters: Trans-Sensible Exposures. Writing as Arts-based Research“.

Publikationen:

– Die offene Seite der Schrift. Jacques Derrida und Hélène Cixous Côte à Côte. Passagen Verlag: Wien 2008.
– Gemeinsam mit Esther Hutfless (Hg.) (2017): Hélène Cixous. Gespräch mit dem Esel. Blind Schreiben. Wien: Zaglossus und gemeinsam mit Esther Hutfless und Gertrude Postl (Hg.) (2013/2017): Hélène Cixous: Das Lachen der Medusa. Zusammen mit aktuellen Beiträgen. Wien: Passagen.
– Herausgabe Zeitschrift/Auswahl: Gemeinsam mit Arno Böhler und Eva-Maria Aigner hat Elisabeth Schäfer die erste bilinguale Ausgabe der Zeitschrift PERFORMANCE PHILOSOPHY JOURNAL herausgegeben. Titel der Ausgabe „The Concept of Immanence in Performance Philosophy“, Palgrave Macmillan, 2018. https://www.performancephilosophy.org/journal/article/view/137 DOI: https://doi.org/10.21476/PP.2017.33137

Choros VI – ZuschauerInnentraining mit Gabrielle Cram 29.11.2018

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Foto: © Rasmus Bell

29.11.2018, ab 14.30 Uhr

Somatic Spectator Training mit Gabrielle Cram

im Installationssetting von Choros VI
District Berlin, Bessemerstraße 2-14 12103 Berlin

Anmeldung: ms@moritzmajcesandraman.com

Somatic Spectator Training (Open Level) ist eine Raumanwendung als Bewegungspraxis im installativen Setting von Choros VI, die den eigenen Körper für Raum, Beziehungen und Schwerkraft sensibilisieren möchte. Explorativ wird mit einfachen Scores und Übungen mit Schwerpunkten aus der Körperarbeit mit den Performerinnen das kinästhetische Erleben der bestehenden Performance im Raum mit dem eigenen Körper erforscht. Damit wird die eigene Wahrnehmung als Form der aktiven Teilhabe auf mögliche Rezeptionsweisen eingestimmt. Die Idee des Angebots ist eine körperlich-räumliche Vorbereitung, die die Möglichkeiten des »ZuschauerInnen«-Seins bewusst in die Wahrnehmungsebene erweitert, vertieft und verändert. Es richtet sich an alle Interessierten und es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Das Sprachangebot ist Deutsch und Englisch.

Gabrielle Cram, geboren in Falkirk, Schottland, lebt und arbeitet als Damaturgin für zeitgenössischen Tanz und Performance in Wien. Sie forscht im Bereich transpersonaler Agency von transmedialen Allianzen und betreibt angewandte Bewegungsrecherche von mixed abled Strategien. Sie ist ausgebildete DanceAbility Instruktorin, eine Bewegungsform dessen Prinzipien sich auf die Anfänge der Contact Improvisation beziehen und welche die Diversität und Singularität tanzender Körper als Möglichkeitsraum begreifen. In all ihren Praxen nimmt das Bespielen transdisziplinärer Felder und Praxen der Übersetzung — zwischen Genres, Räumen, Sprachen, Orten, Zeiten — eine wichtige Rolle ein. Ihre Tätigkeit ist von der Anwendung verschiedener Formen von Mediation geprägt sowie dem Schaffen von Verhandlungsräumen und Kontaktzonen für noch offene Prozesse.

Als Dramaturgin leitete sie von 2014-17 die Abteilung Dramaturgie und Research am choreografischen Zentrum Tanzquartier Wien und ist Mitglied des Kollektivs ttp – Tanz Theater Performance (Produktion, Training und Research) WUK. Sie arbeitet als Übersetzerin und Künstlerin sowie als Kuratorin für Performance und performative Ausdrücke am Festival für elektronische Musik und progressive Performance am donaufestival in Krems (2012-14) sowie für die zeitgenössische Kunststiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (2005-08) in Wien. Forschungs- und Publikationstätigkeit im Bereich des Verlernens im Zusammenhang de-kolonialer Praxen, Narrative Hacking und Transkulturalität. Studium der Romanistik, Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien, als auch Konzeptkunst und Kulturwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste Wien. https://cominghome.dance

Choros VI – 28.-30. November 2018 @ District, Berlin

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Foto: © Moritz Majce + Sandra Man, 2018

28.11., 29.11. und 30.11.2018
District Berlin, Bessemerstraße 2-14 12103 Berlin

Installation ab 18 Uhr geöffnet
Performance um 19 Uhr
Tickets ab 18 Uhr bei der Abendkassa: €10 / 8

Facebook-Event hier

28.11. nach der Performance bei Wein auf der Wiese:
Gespräch mit Jacopo Lanteri (Kurator und Dramaturg) zu Choreographie als Raumkunst und der Rolle der ZuschauerIn

29.11. ab 14.30 Uhr:
Somatisches ZuschauerInnentraining mit Gabrielle Cram
Infos unter: blog.moritzmajcesandraman.com
Reservierungen: ms@moritzmajcesandraman.com

30.11. nach der Performance bei Wein auf der Wiese:
Talking Cure mit Elisabeth Schäfer (Philosophin)

In Choros VI ist die Erde ein fremder Planet. Leute kommen in einer Raumstation zusammen, sie betreten, begehen, erkunden die Gegend. Sie ziehen Kreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Zeiten sind brüchig, Vergänglichkeit liegt in der Zukunft, Kommendes wartet in Vorzeiten, Gegenwärtiges fällt mit dem Ursprung zusammen. In Schichten von Bildern, Texten und Körpern zeichnet sich ein Mythos ab, in dem Geometrie und Natur, Gang und Blick, Wüste und Wasser die wiederkehrenden Motive sind.

Die Choros-Serie setzt sich seit 2016 mit Raum und Chor auseinander, zuerst ist es eine Gruppe, die zusammen geht und spricht, Kreise zieht im Raum. Mit Choros IV kommen Bewegungen in Bildräumen – viele Körper im schwarzen Nichts, Körperteile im weißen Nichts, einzelne Körper in der Landschaft – dazu. In Choros V verdichtet sich die Arbeit am körperlichen Bezug von sechs Performerinnen untereinander und zu verschiedenen Böden: Gras, Sprungtuch, Sand.

Von Anfang an ist Choros Arbeit am Ursprung: In archaischen Zeiten traf sich eine Gruppe an einem heiligen Ort, tanzte und stampfte einen kreisförmigen Platz in die Erde. Das Wort »Choros« ist der antike Name für diese kultische Versammlung auf dem Erdboden. Es meint zugleich die Körper und ihre Bewegungen und den Platz, auf dem sie das tun. Aus ihm gehen Reigen und Chor, Theater und Choreographie hervor.

Choros VI handelt von einer Zeit, in der für unveränderbar gehaltene Zyklen aus ihren Bahnen geraten. Jahreszeiten, Wetterverhältnisse, klimatische Grundbedingungen verändern die Erde. Mitten im hochtechnisierten 21. Jahrhundert sehen die Menschen plötzlich wieder Natur, starren ungläubig auf brennende Wälder, überflutete Küsten, verwüstete Landschaften, als wären sie auf einem fremden Planeten gelandet. Der Erdkreis, der Boden, auf dem sie glaubten heimisch zu sein, rutscht unter ihren Füßen weg. Es entstehen neue unbewohnbare und unbewirtschaftbare Orte. Was werden sie mit ihnen machen?

IDEE, RAUM, VIDEO, TEXT: Moritz Majce + Sandra Man PERFORMANCE UND BEWEGUNGSCHOREOGRAPHIE MIT: Zoé Alibert, Tamar Grosz, Friederike Heine, Julia B. Laperrière, Sonia Noya, Laura Siegmund STIMMEN: Sergiu Matis, Katharina Meves, Frank Willens INSTALLATIONSBAU: Robert Grap, Olli Opitz PRODUKTIONSLEITUNG: Katharina Wallisch OUTSIDE EYE: Gabrielle Cram ENGLISCHE ÜBERSETZUNG: Anna Galt LICHT: Andreas Harder, Martin Pilz STIMMAUFNAHMEN: Fernand Kenzler

Eine Produktion von Moritz Majce + Sandra Man, in Kooperation mit WUK performing arts, gefördert von Berliner Senat für Kultur und Europa, Wien Kultur, Land Kärnten Kultur. Mit freundlicher Unterstützung von District Berlin und Tanzfabrik Berlin.

Vermittlungsprogramm mit freundlicher Unterstützung von mapping dance berlin – ein Projekt des Tanzbüro Berlin.

Dank an Joris Camelin für seinen inspirierenden Workshop zu Voicing und Spatial Somatics.

District Berlin • Bessemerstraße 2-14 3 • 12103 Berlin
Eintritt: € 10 / 8 • www.district-berlin.com

Choros V

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Modellansicht, 2018

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Modellansicht, 2018

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Modellansicht, 2018

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Modellansicht, 2018

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Modellansicht, 2018

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Modellansicht, 2018

Sandra Man + Moritz Majce im WUK-Interview

Choros

Moritz Majce + Sandra Man im WUK-Interview: »… Choros heißt mehr und andere als bloß Einzelne sein, Versammlung. In Choros bestimmt das, was zwischen den Körpern passiert: das einander Empfinden, Wahrnehmen, Berühren, das aufeinander Hören und zusammen Tun. In der Versammlung entspringt immer wieder Raum füreinander, Choros ist nichts anderes als die prekäre Feier dieses einander Raum Lassens und Gebens …«

Choros IV @ Montag Modus, Collegium Hungaricum, Berlin 16.4.2018

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Choros IV, Collegium Hungaricum Berlin

»Choros ist der Titel einer Reihe, in der sich Moritz Majce und Sandra Man dem Verhältnis von Körper, Blick und Raum widmen. Es ist der altgriechische Name für den Tanzplatz wie auch die Tanzenden. In Chorus I und II arbeiteten Majce und Man mit einem Raumchor aus TänzerInnen daran, einen Raum als fließende Bewegung um und mit Zuschauenden zu schaffen. In Choros III filmten sie mit einer Performerin im Gebirge und erkundeten die Möglichkeiten einer in den Zuschauerraum verlängerten Landschaft. In Choros IV installieren sie eine Abfolge choreographischer Filme, vertonen sie mit Sprache und Klang und setzen die Durchlässigkeit von Innen und Außen ins Zentrum: zwischen Hören und Sehen, Bild und Raum, Aussicht und Reflexion. Ein Ausgangsmotiv bildet die scaenae frons des antiken römischen Theaters, eine bemalte Wand hinter der Bühne, die erstmals den Blick des Publikums auf die dahinterliegende Landschaft unterbrach.

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Choros IV, Collegium Hungaricum Berlin


In der Zusammenarbeit von Majce und Man geht es um ein Schauen, das für sich steht. Dafür bauen sie neue Zuschauerräume. Was man darin sieht, hört, spürt, wahrnimmt, versetzt in den Modus des Schauens. Zuletzt in den Raumchoreographien Narkosis (Open Spaces, Uferstudios 2017), Koroška (Kunstraum Lakeside, Klagenfurt 2017), Narziss Echo (imagetanz, Wien 2017), Festung / Europa (Sophiensaele 2015).«

16. April 2018, 20:30–21:00 Uhr

Montag Modus #18 This Is the Event and the Event is Many Things
Collegium Hungaricum Berlin (CHB)
Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin

Eintritt frei

Choros: Call for Performers 2018 (OVER)

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Choros, Modellansicht

Für die Raumchoreographie Choros suchen wir Tänzer- und PerformerInnen mit professioneller Bewegungs-/Tanz- und Sprech-/Gesangserfahrung, die Lust auf präzise und intensive Chor-Arbeit, Sinn fürs Zusammenspiel und Freude an der Herausforderung haben.

Die Essenz des Chors ist die Verbundenheit der Teilnehmenden untereinander. Diese Gemeinschaft zeichnet ihn aus und sie teilt er mit den ZuschauerInnen. In einer Gegenwart, die als individualistisch bis zum Narzissmus, detached bis zur Isolation und vereinsamt bis zur Depression erfahren wird, ist ein Gemeinsames ebenso fragwürdig wie anziehend und verführerisch. Wir sehen den Chor als eine Weise geteilter – auch mit den ZuschauerInnen – Freiheiten und Spielräume. Wir wollen mit den Räumen zwischen uns, zwischen den Zuschauenden und den Performenden spielen, jenseits von totalem Ichbezug und geschlossenen Gesellschaften mit dem Chor ein gemeinsames Offensein füreinander und für die ZuschauerInnen finden und spielerisch erkunden.

Choros ist ein künstlerisches Forschungsprojekt zum Chor als Einheit aus Ort, Bewegung und Stimme. Unsere Beschäftigung mit Choreographie und Chor ist sowohl von archaischen Chorformen aus der Zeit vor dem antiken Theater inspiriert, wie auch von einer Auseinandersetzung mit Raumkonzepten der Minimal Art und Judson Dance geprägt. Der Titel Choros stellt die Zusammengehörigkeit von Körper und Raum heraus, das Wort bezeichnete im Altgriechischen zugleich den Tanzchor wie auch den Tanzplatz. Im Unterschied zum gewohnten Verständnis des Chors als einer Gruppe von Menschen legen wir den Fokus auf die Elemente, die zusammen einen Chor im räumlichen Sinn – einen Raum-Chor – bilden: auf Stimme, Bewegung und Ort. Aus diesen Elementen bauen wir eine Reihe chorisch-räumlicher Konstellationen, die sich zwischen Tanz, Skulptur und Konzert erfahren lassen. Inspiriert vom archaischen Chor geht es bei Choros nicht nur um das Zusammenspiel aus Bewegung, Stimme und Raum und um die Gemeinschaft der Chor-Teilnehmenden untereinander, sondern auch um neue und andere Weisen des Verhältnisses von Chor und Publikum. Über das Gegenüber von Zuschauen und Rollenspiel hinaus suchen wir in Choros andere Formen der räumlichen und menschlichen Begegnung und der Teilhabe an einem Kunstwerk.

Die Konstellationen in Choros sind von der Kreisform bestimmt, in jeder Konstellation geht es darum, was ein Kreis sein kann – nicht als stillgestellte geometrische Form, sondern als fließender Rhythmus. Mit Raumchor und Kreis als Grundform arbeiten wir an unterschiedlichen Konstellationen aus Bewegung, Sprache/Gesang und Positionierung im Raum, sowohl des Chors wie der ZuschauerInnen. Choreographiert wird der gesamte Raum als Geschehen.

Zum bisherigen Verlauf: http://blog.moritzmajcesandraman.com/?cat=15

Probenbeginn: ab Mai 2018 in Blöcken. Aufführungen in Wien und Berlin: Oktober und Anfang November 2018. Die Arbeit wird honoriert.

Die zu singenden und sprechenden Texte sind in deutscher Sprache.

Interessierte melden sich bei ms@moritzmajcesandraman.com