Archiv für den Monat: Februar 2018

Choros: Call for Performers 2018 (OVER)

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Choros, Modellansicht

Für die Raumchoreographie Choros suchen wir Tänzer- und PerformerInnen mit professioneller Bewegungs-/Tanz- und Sprech-/Gesangserfahrung, die Lust auf präzise und intensive Chor-Arbeit, Sinn fürs Zusammenspiel und Freude an der Herausforderung haben.

Die Essenz des Chors ist die Verbundenheit der Teilnehmenden untereinander. Diese Gemeinschaft zeichnet ihn aus und sie teilt er mit den ZuschauerInnen. In einer Gegenwart, die als individualistisch bis zum Narzissmus, detached bis zur Isolation und vereinsamt bis zur Depression erfahren wird, ist ein Gemeinsames ebenso fragwürdig wie anziehend und verführerisch. Wir sehen den Chor als eine Weise geteilter – auch mit den ZuschauerInnen – Freiheiten und Spielräume. Wir wollen mit den Räumen zwischen uns, zwischen den Zuschauenden und den Performenden spielen, jenseits von totalem Ichbezug und geschlossenen Gesellschaften mit dem Chor ein gemeinsames Offensein füreinander und für die ZuschauerInnen finden und spielerisch erkunden.

Choros ist ein künstlerisches Forschungsprojekt zum Chor als Einheit aus Ort, Bewegung und Stimme. Unsere Beschäftigung mit Choreographie und Chor ist sowohl von archaischen Chorformen aus der Zeit vor dem antiken Theater inspiriert, wie auch von einer Auseinandersetzung mit Raumkonzepten der Minimal Art und Judson Dance geprägt. Der Titel Choros stellt die Zusammengehörigkeit von Körper und Raum heraus, das Wort bezeichnete im Altgriechischen zugleich den Tanzchor wie auch den Tanzplatz. Im Unterschied zum gewohnten Verständnis des Chors als einer Gruppe von Menschen legen wir den Fokus auf die Elemente, die zusammen einen Chor im räumlichen Sinn – einen Raum-Chor – bilden: auf Stimme, Bewegung und Ort. Aus diesen Elementen bauen wir eine Reihe chorisch-räumlicher Konstellationen, die sich zwischen Tanz, Skulptur und Konzert erfahren lassen. Inspiriert vom archaischen Chor geht es bei Choros nicht nur um das Zusammenspiel aus Bewegung, Stimme und Raum und um die Gemeinschaft der Chor-Teilnehmenden untereinander, sondern auch um neue und andere Weisen des Verhältnisses von Chor und Publikum. Über das Gegenüber von Zuschauen und Rollenspiel hinaus suchen wir in Choros andere Formen der räumlichen und menschlichen Begegnung und der Teilhabe an einem Kunstwerk.

Die Konstellationen in Choros sind von der Kreisform bestimmt, in jeder Konstellation geht es darum, was ein Kreis sein kann – nicht als stillgestellte geometrische Form, sondern als fließender Rhythmus. Mit Raumchor und Kreis als Grundform arbeiten wir an unterschiedlichen Konstellationen aus Bewegung, Sprache/Gesang und Positionierung im Raum, sowohl des Chors wie der ZuschauerInnen. Choreographiert wird der gesamte Raum als Geschehen.

Zum bisherigen Verlauf: http://blog.moritzmajcesandraman.com/?cat=15

Probenbeginn: ab Mai 2018 in Blöcken. Aufführungen in Wien und Berlin: Oktober und Anfang November 2018. Die Arbeit wird honoriert.

Die zu singenden und sprechenden Texte sind in deutscher Sprache.

Interessierte melden sich bei ms@moritzmajcesandraman.com